Nistkasten

Wer aktiven Vogelschutz betreiben möchte, kommt um einen Nistkasten kaum herum. Wir möchten Ihnen auf dieser Seite den Nutzen von Nistkästen erläutern und Ihnen verschiedene Modelle vorstellen.

Nutzen von Nistkästen

NistkästenDer ursprüngliche und natürliche Lebensraum der meisten heimischen Vogelarten waren lichte Wälder oder Grasland mit vielen Bäumen. Neben den unzähligen Nistmöglichkeiten zeichnete sich dieser Raum auch durch einen sehr hohen Totholzanteil aus. Dieser diente als zusätzliche Nistmöglichkeit und gleichzeitig als Nahrungsquelle, da in dem abgestorbenen Holz viele Insekten leben. Dieser Lebensraum ist allerdings aufgrund der Verstädterung und intensiven Nutzung der Natur durch die Landwirtschaft in weiten Teilen verlorengegangen.

Dadurch gibt es heute leider in den wenigsten Gebieten noch genügend totes Holz und somit auch nicht genügend Nisthöhlen. Um diesem Mangel entgegenzuwirken kann man künstliche Nisthilfen oder -höhlen einsetzen. Zwar können nicht alle Vogelarten diese nutzen, da zum Beispiel Spechte ihre eigenen Höhlen anlegen, doch die meisten Vögel nehmen Nistkästen gerne an. Doch schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts werden diese künstlichen Kästen eingesetzt, um die Vogelvielfalt zu erhalten. Zu dieser Zeit war das primäre Ziel die Schädlingsbekämpfung in den Wäldern. Zu dieser Zeit hatte man nämlich erkannt, dass eine große Vogelpopulation durch ihre Jagd die Schädlinge eindämmen konnten. So wurden im Laufe der Zeit unterschiedlichste Nistkästen für die verschiedenen Arten entwickelt.

Das Aussehen eines Nistkastens

Nistkästen bestehen in der Regel aus vier Holzplatten, die einen Hohlraum aufweisen. In ihm können die Tiere Ihre Brut aufziehen sowie zu Übernachtungszwecken dienen. Da Vögel Säugetiere sind und damit auch im Winter eine konstant hohe Körpertemperatur von 39 bis 42 Grad haben, verbrauchen Sie zu dieser kalten Jahreszeit extrem viel Energie. Ein Nistkasten sorgt also auch bei älteren Vögeln dafür, dass diese nicht zu viel Körperfett verlieren und geschwächt werden.

Der Kasten wird außerdem mit einem Loch versehen, um das Einfliegen zu ermöglichen. In den meisten Fällen ist dabei eine Sitzstange vor dem Loch nicht nötig und kann sogar kontraproduktiv sein, da sie Nesträubern das einfache Einsteigen ermöglicht.

Der Boden des Nistkastens sollte mindestens dreizehn mal dreizehn Zentimeter Fläche messen, um den Tieren genügend Platz zu bieten. Damit Räuber nicht an die Vogelbrut gelangen, sollte sich außerdem die Lochunterkante mindestens 18 Zentimeter über dem Kastenboden befinden. Gleiches gilt für den Dachüberstand über dem Einflugloch. Hier ist ein großer Überstand außerdem sinnvoll, da er das Hineingreifen zusätzlich erschwert.

Lochgröße im Nistkasten

Natürlich benötigen unterschiedliche Vogelarten verschieden große Einfluglöcher. Sind diese nämlich zu klein, passt der Vogel nicht hinein. Sind sie dagegen zu groß, können auch größere Tiere den Nistkasten benutzen und die gewünschte Vogelart vertreiben. Außerdem kühlen Nistkästen mit größeren Löchern schneller aus. Eine sehr gute Zusammenstellung über die unterschiedlichen Lochgrößen bei Nistkästen findet sich auf der Seite des LBV’s: Liste http://www.lbv.de/fileadmin/www.lbv.de/Ratgeber/Vogelschutz/Nisthilfen/Ma%C3%9Fe_f%C3%BCr_Nisthilfen.pdf

Eine Nistkasten Bauanleitung

Wer einen Nistkasten selber bauen möchte, der braucht kein übermäßiges handwerkliches Geschick. Mit etwas Fachwissen, einigen Werkzeugen und etwas Zeit ist das gar kein Problem. Als Ausgangsmaterial sollten sie mindestens 20 Millimeter dicke, unbehandelte Bretter benutzen.  Dieses können Sie vorab außen mit einer Lasur behandeln, damit es wasserabweisend wird. Sehr bewährt haben sich Harthölzer wie Eiche oder Lärche. Aber auch die sehr günstigen Kiefern- oder Fichtenbretter können verwendet werden. Von Spanplatten oder Sperrholz sollte man Abstand nehmen, da diese nicht witterungsbeständig sind und schnell verfaulen. Auf eine weite Behandlung des Holzes sollten Sie in jedem Fall verzichten, um die Vögel nicht zu gefährden.

Wir empfehlen beim Bau auf Nägel komplett zu verzichten und die Platten mit Schrauben zusammenzufügen. Das ist stabiler und hält dadurch einfach länger. Bei der Größe des Nistkastens sind sie einigermaßen flexibel, sie sollten aber immer eher hoch als breit und mindestens 13 cm Seitenlänge aufweisen.

In den Boden sollten sie sehr kleine (maximal 5 Millimeter breite) Löcher zur Entfeuchtung des Bodens bohren.

Wer ein stabileres Dach herstellen möchte, kann dies mit einer Bitumenpappe versuchen. In der Regel sind die Nistkästen aber durch die Nähe zum Baumstamm gut geschützt.

Ihrer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt und wenn Sie diese Grundsätze beachten, können Sie in kurzer Zeit einen wunderschönen Nistkasten selber basteln.

Einen Nistkasten für Meisen

Einen Meisenkasten kann man ganz einfach in den Garten hängen und damit Meisen anzulocken und ihnen eine Brutmöglichkeit zu bieten. Meisen gehören zu den Singvögel und sie leben meist in sehr baumreichen Lebensräumen. Ihr Schnabel ist klein und kräftig, der ihnen dabei hilft Insekten und Samen zu essen. Meisen sind Höhlenbrüter und benötigen deshalb ausreichend Platz und einen Unterschlupf, um ihre Brut großzuziehen.

Wer einen Meisennistkasten kaufen möchte, sollte auf die passende Größe des Einfluglochs achten. Für Kohlmeisen sollte der Durchmesser zwischen 3 und 4 Zentimetern betragen und für Blaumeisen etwas kleiner. Hier genügen zwischen 2,5 und 3 Zentimeter Durchmesser.

Der Nistkasten sollte etwa 2,5 bis 3 Meter über dem Boden an einen ruhigen Ort gehängt werden. Am ehesten bieten sich hier natürlich Baumstämme an, aber auch eine Befestigung am Haus, an Stäben oder dem Balkon ist denkbar. Besonders gerne lassen sich die Vögel in Nistkästen nieder, die nach Osten ausgerichtet sind, da sie so von der Sonne angestrahlt und somit erwärmt werden.